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1.6.26

Schwetzingen

Museum frei Haus - Objekt des Monats

Großer Kumpf der Bandkeramik

(tisw) Mit einem eindrucksvollen Zeugnis der frühen Menschheitsgeschichte präsentiert „Museum frei Haus“ einen großen bandkeramischen Kumpf als Objekt des Monats. Die Nachbildung eines jungsteinzeitlichen Keramikgefäßes verweist auf bedeutende archäologische Funde aus Schwetzingen: Im Stadtteil Schälzig wurde in den 1980er Jahren eine umfangreiche bandkeramische Nekropole entdeckt, deren Grabungsfunde wichtige Einblicke in die Lebenswelt der ersten bäuerlichen Kulturen Mitteleuropas ermöglichen.

Nachbildung eines großen Kumpfes der bandkeramischen KulturNachbildung eines großen Kumpfes der bandkeramischen Kultur
Foto: Stadt Schwetzingen / Tobias Schwerdt.

Ein wesentliches Merkmal des allmählichen Übergangs von der Mittel- zur Jungsteinzeit war das Auftreten keramischer Gefäße. Die Menschen begannen, Ton zu formen und zu brennen, um Vorrats- und Kochgefäße herzustellen. Viele dieser Gefäße wurden sorgfältig verziert und mit charakteristischen Elementen wie Knubben, Ösen oder Henkeln versehen, die unter anderem als Aufhängung dienten.

Besonders die feinkeramischen Grabfunde der Bandkeramik zeichnen sich durch ihre reichen Verzierungen aus. Eingeritzte Linien und stichgefüllte Wellenbänder geben nicht nur Einblicke in das kunsthandwerkliche Können der Zeit, sondern liefern durch ihre stilistischen Veränderungen zugleich wichtige Hinweise für die archäologische Datierung.

Bei dem nun präsentierten Objekt handelt es sich um eine Nachbildung eines großen Kumpfes, die bereits im Rahmen museumspädagogischer Workshops eingesetzt wurde. Dort diente das Gefäß zum Kochen über offenem Feuer – eine Nutzung, die sich bis heute an der rußgeschwärzten Oberfläche des Bauches ablesen lässt. Gerade diese Gebrauchsspuren machen das Objekt besonders anschaulich, da sie eine unmittelbare Verbindung zwischen experimenteller Archäologie und vorgeschichtlichem Alltag herstellen.

Der Kumpf verdeutlicht eindrucksvoll, wie eng praktische Funktion, handwerkliches Können und kultureller Ausdruck bereits in der Jungsteinzeit miteinander verbunden waren. Zugleich erinnert das Objekt daran, dass Schwetzingen nicht nur auf eine höfische und barocke Vergangenheit zurückblickt, sondern auch auf eine mehrere tausend Jahre alte Siedlungs- und Kulturgeschichte.

Zu sehen ist das „Objekt des Monats“ in der Stadtbibliothek Schwetzingen. Die Kooperation von „Museum frei Haus“ und Bibliothek bringt Geschichte sichtbar in den Alltag – zentral, kostenfrei und für alle zugänglich.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Angeboten von „Museum frei Haus“ werden regelmäßig veröffentlicht. Interessierte können sich unter Museum frei Haus auf dem Laufenden halten.

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