Projekt kulturer.be
9.3.26
(tisw) Anlässlich des 150. Geburtstages des Malers Walter Lilie (1. Juni 1876) präsentiert „Museum frei Haus“ im März eine eindrucksvolle Terrakotta-Büste aus der Sammlung des Museums der Stadt Schwetzingen. Geschaffen wurde das Werk von dem badischen Bildhauer Otto Schließler (1885 – 1964), vermutlich in den Jahren zwischen 1920 und 1924.
Otto Schließler (1885 – 1964): Büste des Künstlers Walter Lilie. Terrakotta, vermutl. zw. 1920 und 1924.
Foto: Stadt Schwetzingen / Tobias Schwerdt.
Die Büste zeigt Walter Lilie in konzentrierter, wacher Haltung und zeugt von der lebendigen Auffassungsgabe ihres Schöpfers. Die Entstehung des Porträts lässt sich durch die Überschneidung von Schließlers Aufenthalt in Schwetzingen mit den Lebensdaten Lilies auf die Jahre zwischen 1920 und 1924 eingrenzen. In dieser Zeit hielt sich Schließler nachweislich in Schwetzingen auf – eine Phase, in der künstlerischer Austausch und persönliche Begegnungen das kulturelle Leben der Stadt prägten. Es ist daher naheliegend, dass die Büste im direkten Kontakt zwischen Bildhauer und Maler entstand.
Die Wahl des Materials – Terrakotta – verleiht dem Werk eine besondere Unmittelbarkeit. Die plastische Modellierung bringt Lilies markante Gesichtszüge eindrucksvoll zur Geltung und vermittelt zugleich eine spürbare Intimität. Anders als repräsentative Marmorbüsten bewahrt dieses Porträt den Charakter einer persönlichen Annäherung und erlaubt einen beinahe atelierhaften Blick auf den Dargestellten.
Walter Lilie wurde 1876 in Leipzig geboren und wuchs in einem künstlerisch geprägten Elternhaus auf. Er studierte an der Kunstgewerbeschule und an der Königlichen Akademie in Dresden, bevor er als Maler, Zeichner und Gebrauchsgrafiker wirkte. Lilie schuf naturalistische Porträts, stimmungsvolle Landschaften und Gebrauchsgrafiken, oft mit Einflüssen von Jugendstil und Symbolismus. Die letzten vier Jahre seines Lebens verbrachte er in Schwetzingen, wo er 1924 verstarb. Sein Werk verbindet technische Präzision mit poetischer Ausdruckskraft und bleibt bis heute ein Zeugnis regionaler Kunstgeschichte.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Museum frei Haus“ findet am 12. März 2026 ab 18:30 Uhr in der Stadtbibliothek Schwetzingen der Doppelvortrag „Lilie & Sattler – Jugendstil aus Schrobenhausen und Schwetzingen“ statt. Die Veranstaltung bietet vertiefende Einblicke in Leben und Werk des Jubilars sowie in die kunsthistorischen Bezüge zwischen ihm und dem Schrobenhausener Zeitgenossen Josef Kaspar Sattler.
Zu sehen ist das „Objekt des Monats“ in der Stadtbibliothek Schwetzingen. Die Kooperation von „Museum frei Haus“ und Bibliothek bringt Geschichte sichtbar in den Alltag – zentral, kostenfrei und für alle zugänglich.
Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Angeboten von „Museum frei Haus“ werden regelmäßig veröffentlicht. Interessierte können sich unter
Museum frei Haus auf dem Laufenden halten.
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