Projekt kulturer.be
1.6.26
(emf) Das Erkenbert-Museum Frankenthal zeigt im Juni als Objekt des Monats in der Stadtbücherei einen Originalholzschnitt des Frankenthaler Künstlers und Kunsterziehers Martin Jais. Die Druckgrafik entstand 1922 als Einladung zu einer Sonnenwendfeier der Sektion Frankenthal des Deutschen Alpenvereins am Wendelstein in Bayern.
Originalholzschnitt des Frankenthaler Künstlers und Kunsterziehers Martin Jais. Die Druckgrafik, 1922, Einladung zu einer Sonnenwendfeier
Objekt und Foto: Erkenbert-Museum Frankenthal
Am Mittwoch, 10. Juni um 16 Uhr stellt das Museumsteam das neue Objekt des Monats in der Stadtbücherei vor. Rund 30 bis 45 Minuten lang haben Besucherinnen und Besucher dabei die Möglichkeit, Näheres zum Objekt zu erfahren und sich mit dem Museumsteam auszutauschen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
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Der Holzschnitt von Martin Jais zeigt eine symbolträchtige Szene: Im linken Vordergrund lodert ein großes Feuer, um das sich schemenhaft Menschen an den Händen halten. Im Hintergrund erhebt sich die Wendelsteinkirche, eines der bekanntesten Wahrzeichen des Wendelsteins in Bayern. Die Druckgrafik diente 1922 als Einladung zu einer Sonnenwendfeier der Frankenthaler Sektion des damaligen Deutsch-Österreichischen Alpenvereins.
Die Sonnenwendfeier – auch „Mittsommer“ genannt – ist ein traditionelles Fest, das um die Sommersonnenwende (21. Juni) herum gefeiert wird. Sie markiert den längsten Tag des Jah-res und hat in vielen Kulturen eine tiefe symbolische Bedeutung: Licht, Wärme und die Kraft der Sonne werden gefeiert. Typisch sind große Feuer, um die sich Menschen versameln, oft verbunden mit Musik, Tanz und gemeinschaftlichen Ritualen. In den skandnavischen Ländern, aber auch im Alpenraum sind solche Feiern besonders verbreitet und werden oft mit regiona-len Bräuchen begangen.
In den 1920er und 1930er Jahren erlebten Sonnenwendfeiern in Deutschland einen besonde-ren Aufschwung. Sie wurden zu einem Symbol für Gemeinschaft, Naturverbundenheit und völkische Ideale stilisiert – besonders in der Zeit der Weimarer Republik und der frühen NS-Diktatur. In dieser Zeit wurden sie zunehmend für politische Zwecke instrumentlisiert, etwa durch NS-Organisationen wie „Kraft durch Freude“ oder der Hitlerjugend. Vereine wie der Alpenverein nutzten diese Feiern, um Zusammenhalt und Heimatverbundenheit zu stärken.
Der Deutsche Alpenverein (DAV) – 1869 gegründet – ist einer der größten Gebirgs- und Wandervereine der Welt. Er setzt sich für den Schutz der Alpen, den Ausbau von Wegen und die Förderung des Bergsports ein. Eine „Sektion“ ist eine lokale Untergliederung des Vereins, die sich um die Organisation von Wanderungen, Vorträgen und kulturellen Veranstaltungen küm-mert. Die „Sektion Frankenthal“ des DAV (damals DÖAV, Deutsch-Österreichischer Alpenverein DAV) wurde bereits 1903 gegründet. Sie organisierte nicht nur Bergtouren, sondern auch gesellschaftliche Ereignisse wie die Sonnenwendfeier am Wedelstein – ein Zeichen für die enge Verbindung von Natur, Kultur und Gemeinschaft in der Region.
Weitere Informationen zum Objekt und seiner Geschichte sind auf der Webseite des Erkenbert-Museums unter
www.frankenthal.de/erkenbert-museum (Menüpunkt „Objekt des Monats“) zu finden.
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| Pexels, Ksenia Chernaya |
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