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26.1.26

Historisches Museum Basel

Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt

Ausstellung bis zum 28. Juli 2026

(amslb) Einer der grössten römischen Silberschätze Europas. Keltischer Goldschmuck, der einst riesige Götterstatuen schmückte. Im Wald vergrabene Kirchenglocken oder die im Rhein versenkte Beute eines Meisterdiebs: In der Ausstellung «Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt» begibt sich das Historische Museum Basel auf die Spuren der spektakulärsten Funde der Region Basel. Zu sehen sind Schätze von der Bronzezeit bis in die Gegenwart aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und Südbaden.

Der Goldschatz von St. LouisDie Wirtin des Restaurants Zum Löwen miz zwei antiken Silbertabletts.Blick in die AusstellungGoldschatz von St. Louis

Als Bauarbeiter 1883 Hochwasserschäden des Rheins an der französischen Grenze zu Basel beheben, entdecken sie einen keltischen Goldschatz. Sie verkaufen das Gold an verschiedene Händler, das daraufhin teilweise eingeschmolzen wird. Deshalb bleibt unbekannt, wie gross der Schatz ursprünglich war.

Der Silberschatz

Der Wirtin des Restaurants Löwen kommt bei der Entdeckung des römischen Silberschatzes von Augst eine Schlüsselrolle zu. Sie sichert am 21. Januar 1962 fünf auf dem Gelände offen herumliegende Silbertablette und gibt entscheidende Hinweise zum Verbleib des wertvollsten Stücks – einem Tablett aus Silber mit Szenen aus der Achillessage.

Unten: Blick in die Ausstellung.
© Mark Niedermann

Warum wurden die wertvollen Gegenstände einst vergraben, versteckt oder im Rhein versenkt? Als Zeugen vergangener Zeiten erzählen sie von Reichtum und religiösen Praktiken – aber auch von Krieg, Verfolgung und persönlichen Schicksalen, die eng mit der Geschichte des Dreiländerecks verwoben sind.

Der älteste Schatz wurde vor über 3500 Jahren versteckt, der jüngste 1995. Im Fokus stehen nicht nur die Schätze selbst, sondern auch die erstaunlichen Auffindungsgeschichten. Manche Funde wurden zufällig entdeckt, andere durch akribische archäologische Arbeit ans Licht gebracht.

Ein Höhepunkt ist der römische Silberschatz von Kaiseraugst, einer der grössten Europas. 270 Objekte aus fast 60 Kilogramm Silber werden in der Ausstellung präsentiert. Ein Bagger riss den Schatz im Dezember 1961 aus dem Boden – unerkannt. Bedeckt durch Schnee und Matsch blieben die Silbergegenstände liegen. Die Fundstücke wurden von Anwohner:innen und Passant:innen entdeckt und landeten in Kellern und sogar auf Abfallhaufen. Durch kriminologischen Spürsinn gelang es den Archäologen Monate später, den Grossteil des Schatzes ausfindig zu machen.

Zu sehen ist auch Falschgeld aus Läufelfingen, das gespalten und damit im staatlichen Auftrag entwertet wurde. Zum Vorschein gekommen sind die 170 Jahre alten Zehn- und Zwanzig-Räppler auf einer Baggerschaufel. Wie und warum sie in den Boden gelangten, bleibt allerdings ein Rätsel.

Gezeigt wird auch ein keltischer Goldschatz, der 1883 von Bauarbeitern beim Ausbessern von Hochwasserschäden des Rheins an der französischen Grenze zu Basel gefunden wurde. Sie verkauften das Gold an verschiedene Museen oder liessen es einschmelzen. Der noch erhaltene Goldschmuck befindet sich heute im archäologischen Nationalmuseum von Paris wird zusammen mit wiederentdeckten Goldmünzen aus dem Schatz erstmals in Basel präsentiert.

Rahmenprogramm und Publikation
Eine Kinderspur mit Schatzkisten, Rätseln und Mitmachstationen ergänzt den Rundgang durch die Ausstellung und lädt zum spielerischen Entdecken ein. Fachführungen mit Archäolog:innen geben Einblick in aktuelle Forschungen und eine reich bebilderte Begleitpublikation vertieft die kulturgeschichtliche Bedeutung der Funde.

Fundorte
Zu sehen sind Schätze aus: Ammerschwihr, Augst, Basel, Biederthal, Birsfelden, Bubendorf, Colmar, Füllinsdorf, Gerstheim, Habsheim, Holderbank, Hüningen, Istein, Kaiseraugst, Läufelfingen, Liestal, Muttenz, Nunningen, Oberschopfheim, Ormalingen, Ottmarsheim, Pfeffingen, Reinach, Vogelgrun, Vogtsburg-Burkheim, Waldenburg, Windisch, Zurzach   

«Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt»
16. Oktober 2025 – 28. Juni 2026
Historisches Museum Basel, Barfüsserkirche
Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr
Weitere Infos hmb.ch/schatzfunde

    im Detail:  
Icon obenPexels, Ksenia Chernaya   siehe auch:  
     

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